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Forum » Германия » Грамматика » A. DAS VERB
A. DAS VERB
mkclubДата: Пн, 02.04.12, 22:55 | Сообщение # 1
Admin
Сообщений: 458

Wörter wie die folgenden nennt man Verben (Singular: das Verb):
bauen, bleiben, einschlafen, erfrieren, fahren, fallen, gehen, haben, helfen, kämpfen, kommen, pflügen,
regnen, schreiben, sein, verblühen, verreisen, wachsen, werden, wohnen.
Man nennt sie auch Zeitwörter oder Tätigkeitswörter (Tuwörter).
Mit den Verben wird das Prädikat des Satzes gebildet:
Er baut ein Haus. Sie bleiben in München. Er wird eingeschlafen sein. Gestern kam ich spät nach Hause. Wir
haben heute einen Aufsatz geschrieben. Er sagte, sie kämen morgen.
Als Prädikat können die verschiedensten Verbformen gebraucht werden. Die Veränderung der Form beim Verb
nennt man Konjugation. Nur Verben werden konjugiert.
Mit den Verben bezeichnet der Sprecher, was geschieht oder was ist: Zustände, Vorgänge oder Tätigkeiten und
Handlungen.
 
mkclubДата: Пн, 02.04.12, 22:56 | Сообщение # 2
Admin
Сообщений: 458

I. Bedeutungsgruppen und Aktionsart
1. Bedeutungsgruppen des Verbs
Von der Bedeutung her kann man die Verben in verschiedene Gruppen einteilen.
a) Tätigkeitsverben (Handlungsverben)
Mit Verben der ersten Gruppe wird ausgedrückt, daß jemand etwas tut, ausführt; es wird ein Tun bezeichnet, das
beim Subjekt Tätigsein, Aktivität voraussetzt. Diese Verben nennt man Tätigkeitsverben:
Karl kämpfte tapfer. Die Kinder spielten. Er ging nach Hause. Sie beteten laut. Er schrie leise auf.
In sehr vielen Fällen wird im Satz ein Ziel genannt, auf das sich die Tätigkeit bezieht, auf das eingewirkt wird,
das verändert wird, von dem Besitz ergriffen wird u.ä. Diese Verben könnte man als Untergruppe der
Tätigkeitsverben Handlungsverben nennen:
Er unterschtützt seinen Bruder. Er hilft seinem Vater. Er stahl die Kasse. Er bemächtigte sich der Kasse. Sie
spotten seiner. Sie spotten über ihn. Sie verspotten ihn.
Die Tätigkeitsverben bilden den Hauptteil der Verben
b) Vorgangsverben
Mit Verben der zweiten Gruppe, den Vorgangsverben, wird eine Veränderung bezeichnet, die sich am Subjekt
vollziehr, ein Prozeß, ein Vorgang, ein Ablauf den das Subjekt an sich selbst erfährt:
Peter fiel hin. Die Vase viel vom Tisch. Die Bäume wachsen langsam. Die Blumen verblühten. Die Kinder
schliefen schnell ein. Die ersten Blüten erfroren.
c) Zustantsverben
Mit Verben der dritten Gruppe, den Zustandsverben, wird ein Zustand, ein Bestehen, ein Sein, ein Beharren,
eine [Ruhe]lage bezeichnet, also etwas, was als Bleibendes, sich nicht Veränderndes am Subjekt haftet
(Renicke):
Die Vase steht auf dem Tisch. Das Buch liegt im Regal. Sie wohnen im Mannheim. Er ist nicht gestorben, er
lebt. Er bleibt ein Träumer.
 
mkclubДата: Пн, 02.04.12, 22:57 | Сообщение # 3
Admin
Сообщений: 458

2. Die Aktionsarten des Verbs

Mit Aktionsart bezeichnet man die Art und Weise, wie das durch ein Verb bezeichnete Geschehen abläuft
(Geschehensweise, Verlaufsweise, Handlungsart).
a) Die zeitliche Verlaufsweise
l. Verben, mit denen eine zeitliche Begrenzung ausgedrückt wird, nennt man perfektive oder terminative Verben:
besteigen, entnehmen, erfrieren, verblühen, vollenden.
Die perfektiven Verben werden, je nachdem, ob mit ihnen der Beginn oder das Ende eines Geschehens
bezeichnet wird, ingressiv oder inchoativ bzw. usultativ oder egressiv genannt. Inchoativ (ingressiv) sind z. B.
erblühen, aufbrechen, erblassen, entbrennen, losrennen, aufstehen, abmarschie-ren, erklingen.
Resultativ (egressiv) sind z. B.
verblühen, verblassen, aufessen, verklingen, verbrennen, durchschneiden, vollenden, ausklingen.
Wenn mit Verben etwas bezeichnet wird, was ohne zeitliche Ausdehnung minkthaft geschieht, nennt man sie
punktuelle oder momentane Verben:
erblicken, fmden, treffen, ergreifen, erschlagen, fassen.
Verben, mit denen etwas als ohne zeitliche Begrenzung ablaufend, als un vollendet, als dauernd gekennzeichnet
wird, nennt man imperfektiv oder durativ:
blühen, schlafen, wachen, frieren, wohnen, sein, bleiben, andauern.
b) Die Wiederholung
Es gibtVerben, mit denen eine stete Wiederholung von Vorgängen ausgedrückt wird. Man nennt sie iterativ:
flattern (ständig mit den Flügeln schlagen), sticheln (immer wieder stechen), ebenso: krabbeln, grübeln,
streicheln u.a.
c) Der Grad, die Intensität
Mit einigen Verben wird ein größerer oder geringerer Grad, eine Intensität gekennzeichnet. Man nennt sie
intensiv:
schnitzen (kräftig schneiden), schluchzen (heftig schlucken), liebeln (oberflächlich lieben), lächeln
(verhalten lachen).
d) Ausdruck der Aktionsart durch zusätzliche Wörter u. ä.
Eine Aktionsart wird häufig durch zusätzliche Wörter oder durch bestimmte Fügungen, Konstruktionen u. ä.
ausgedrückt:
(perfektiv:) über den See schwimmen, anfangen/aufhören zu arbeiten, ins Rutschen kommen, zum
Abschluß bringen
(imperfektiv:) er ist am Schreiben (landsch. für: er schreibt), in Blüte stehen, an einem Roman schreiben
(iterativ:) er trinkt ständig, stündlich eine Tablette nehmen
(intensiv; durch Verben mit entsprechender Bedeutung:) rufen - schreien - brüllen
 
mkclubДата: Пн, 02.04.12, 22:58 | Сообщение # 4
Admin
Сообщений: 458

II. Vollverben, Hilfsverben, Modalverben u. ä.

1. Vollverben

Kennzeichnend für die Vollverben ist, daß sie als einziges Verb im Satz stehen oder als einziges Verb im Satz
stehen können, wenn man eine mehrteilige Verbform durch eine einfache Verbform ersetzt:
Peter schläft. Susanne kommt morgen. Petra öffnet die Tür. Peter geht ins Kino. Thilo schwimmt gut.
Peter hat geschlafen. -» Peter schlief/schläft. - Susanne ist gekommen. -» Susanne
kam/kommt. - Thilo kann gut schwimmen. -» Thilo schwimmt gut.
Man kann mit Ausnahme des Subjekts die Teile eines Satzes mit dem Infinitiv des Vollverbs als geschlossenen
Verband aus dem Satz herauslösen:
Peter hilft seinem Vater im Garten. -» (Peter) || seinem Vater im Garten
helfen
Petra öffnete schnell die Tür. -» (Petra) || schnell die Tür öffnen
Man erhält auf diese Weise eine vom Vollverb her gegliederte Wortgruppe oder Wortkette. Der Infmitiv als
notwendige Grundlage dieses Wortverbandes steht am Ende. Man kann diese Probe Infinitivprobe nennen.
2. Hilfsverben, Modalverben u. ä.
Wenn mit haben, sein und werden Formen der Verben umschrieben werden, dann nennt man diese drei Verben
Hilfsverben. Als solche werden sie immer in Verbindung mit bestimmten Formen eines zweiten Verbs (2.
Partizip oder Infinitiv) gebraucht:
Peter hat/hatte geschlafen. Susanne ist/war gekommen. Die Tür ist/war geöffnet. Die Tür wird/wurde
geöffnet. Susanne wird morgen kommen.
Die Verben dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen werden oft in Verbindung mit einem Infinitiv
ohne zu gebraucht. Sie sind Teil des Prädikats. Man nennt sie Modalverben:
Peter darf ins Kino gehen. Thilo kann gut schwimmen. Susanne möchte ins Schwimmbad gehen.
Neben den Modalverben können auch andere Verben gelegentlich als Prädikatsteil modifizierend gebraucht
werden. Sie sind in diesem Fall mit einem Infinitiv mit zu verbunden:
Peter pflegt jeden Montag zum Sportplatz zu gehen. Susanne scheint zu schlafen. Wenige der
Schiffbrüchigen vermochten sich zu retten.
Die Hilfsverben, Modalverben und modifizierenden Verben können bei der Infinitivprobe weggelassen werden
(Weglaßprobe), das Vollverb als notwendige Grundlage des Wortverbandes nicht:
Mein Bruder hat drei Jahre bei einer Versicherung gearbeitet. -» (mein Bruder) || drei Jahre bei einer
Versicherung gearbeitet haben -» (mein Bruder) || drei Jahre bei einer Versicherung arbeiten
Susanne möchte ins Schwimmbad gehen. -» (Susanne) || ins Schwimmbad gehen mögen -» (Susanne) || ins
Schwimmbad gehen
Die als Hilfsverben gebrauchten Verben und die meisten der modifizierend gebrauchten Verben können auch als
Vollverben gebraucht werden. Sie stehen dann nicht notwendig in Verbindung mit der Form eines anderen
Verbs:
Er ist völlig gesund. Sie hatte große Angst. Mein Bruder wird Schlosser. Susanne kann gut Englisch.
 
mkclubДата: Пн, 02.04.12, 23:00 | Сообщение # 5
Admin
Сообщений: 458

3. Zum Gebrauch der Modalverben

a) Abgrenzung der Modalverben

1. Die Verben dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen können in Verbindung mit Infinitiven
gebraucht werden. Der Infinitiv steht dabei ohne zu. Neben dem Infinitiv ist eine Ergänzung zum Modalverb
nicht möglich.
2. Zu formalen Besonderheiten und den Präteritopräsentia.
3. Wenn den Modalverben ein reiner Infinitiv vorangeht (etwa im Perfekt und Plusquamperfekt), dann wird von
den Modalverben als 2. Partizip die Form des Infinitivs gebraucht:
Peter durfte ins Kino gehen. Er hat es gedurft. Peter hat/hatte ins Kino gehen dürfen.
4. Die Modalverben können im Präsens oder Präteritum mit dem Infinitiv Perfekt ohne zu verbunden werden:
Er will das Buch gelesen haben. Er mußte das gehört haben. Er muß angekommen sein. Der Koffer mußte
geöffnet worden sein.
5. Von den Modalverben kann kein Imperativ gebildet werden.
6. Durch die Modalverben wird ein zusätzlicher Sinn ausgedrückt. Es wird das gefärbt und modifiziert, was
[mit dem Infinitiv] ausgesagt ist.
Die Punkte 1-6 gelten jeweils im einzelnen auch fiir andere Verben. Ein einzelnes formales oder inhaltliches
Merkmal, mit dem man die Modalverben eindeutig ausgrenzen kann, gibt es nicht. Mit den Modalverben kann
das, was gesagt wird, grob gesprochen, in zweifacher Weise modifiziert werden: objektiv und subjektiv.
b) Die Modalverben im objektiven Gebrauch
Peter kann schwimmen. Er muß jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen. Er will am Samstag arbeiten. Ich soll dir
diesen Brief geben. Er darf ins Kino gehen. Sie möchte Lehrerin werden.
Bei objektivem Gebrauch der Modalverben wird das Verhältnis zwischen dem Subjekt und dem, was [im
Infinitiv] ausgesagt wird, gekennzeichnet; es werden Bedingungen und Voraussetzungen genannt, unter denen
das [im Infinitiv] Ausgesagte vom Subjekt getan, vollzogen wird. Ein Gebrauch ohne den Infinitiv eines zweiten
Verbs (Er kann Französisch) ist hier möglich, ebenso Perfekt und Plusauamperfekt der Modalverben (er
hat/hatte gut schwimmen können).
 
mkclubДата: Пн, 02.04.12, 23:01 | Сообщение # 6
Admin
Сообщений: 458

aa) Möglichkeit - Notwendigkeit
können - dürfen: Möglichkeit
Den Inhalt von können in objektivem Gebrauch kann man in den meisten Fällen allgemein mit ‚Möglichkeit’
angeben. Diesen allgemeinen Inhalt kennzeichnen wir tnit dem Inhaltsmerkmal [mögl.] ( = Möglichkeit).
Innerhalb dieses Bereichs sind vor allem zwei Varianten voneinander zu unterscheiden. Am häufigsten wird
können mit einem Subjekt, mit dem ein Lebewesen, vor allem ein Mensch genannt wird, und mit einem Infinitiv
verbunden, dessen Bedeutung eine aktive Beteiligung voraussetzt. Man kann können etwa so beschreiben:
Jemand ist aufgrund bestimmter Bedingungen imstande, in der Lage oder fähig.bzw. jemand hat die Gelegenheit,
etwas zu bewirken; es ist jemandem aufgrund bestimmter Voraussetzungen möglich, etwas zu tun. Können in
diesem Gebrauch kennzeichnen wir mit können [mögl. 1]:
Ich kann morgen kommen. Wir haben die Arbeit nicht schaffen können. Er konnte vor Schmerzen nicht
aufstehen. (Mit Sachsubjekt:) Die Rechenmaschine kann diese Aufgaben in kürzester Zeit lösen (= Wir
können mit der Rechenmaschine diese Aufgaben lösen).
Neben können kann man auch dürfen [mögl. 1] in den folgenden Beispielen gebrauchen:
Wir dürfen uns gratulieren, daß alles so gut verlaufen ist. Man darf wohl hoffen, daß jetzt alles vorbei ist.
Darauf dürfen Sie stolz sein.
Es wird hier ausgedrückt, daß jemand aufgrund eines bestimmten Sachverhalts oder bestimmter Bedingungen zu
etwas berechtigt ist oder Veranlassung zu etwas hat.
Seltener als können [mögl. 1] ist können [mögl. 2]. Der angeschlossene Infinitiv setzt keine aktive Beteiligung
voraus; im allgemeinen wird mit dem Subjekt keln Lebewesen bezeichnet. Es wird etwa folgendes ausgedr ückt:
Es gibt Itcdingungen dafür, es ist möglich, daß etwas ist, wird oder geschieht bzw. nlcfat ist usw.:
Die Gliederungen der Aufsätze können sehr verschieden sein ( = Es gibt Aufsätze mit sehr verschiedenen
Gliederungen). Aus diesen sozialen Spannungen kann durchaus ein Streik entstehen (= Es ist durchaus
möglich, daß aus diesen sozialen Spannungen ein Streik entsteht). (Gelegentlich mit einer Bezeichnung für
Lebewesen als Subjekt:) Er kann bald sterben ( = Es ist möglich, daß er bald stirbt).
müssen - wollen - sollte - dürfen: Notwendigkeit
Den Inhalt von müssen kann man allgemein mit „Notwendigkeit“ angeben. Dabei kann die Notwendigkeit in
verschiedener Weise begründet sein. Inhalts-merkmal: [notw.] ( = Notwendigkeit). Durch müssen [notw.] wird
etwa folgendes ausgedrückt: Es gibt Bedingungen, aus denen das Ausgesagte zwangsläufig folgt, Bedingungen
dafiir, daß etwas notwendigerweise geschieht oder ist:
Er hat es tun müssen. Er muß jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen. Wir müssen das bis morgen erledigt
haben. Dieses Gerät muß man sehr gut püesen/muß sehr gut gepflegt werden.
Zu nicht brauchen als negativer Entsprechung zu müssen. Eine Notwendigkeit wird auch ausgedrückt:
durch wollen [notw.] + 2. Partizip + sein oder werden vor allem in Verbindung mit Sachsubjekten:
Dies Gerät will gut gepflegt sein. So eine Sache will vorsichtig behandelt werden. Diese Pflanzen wollen
viel begossen werden. Kranke wollen rücksichtsvoll behandelt werden/sein.
durch sollte (nicht), [notw.], nicht dürfen [notw.] oder dürfte [notw.]:
Das sollte/dürfte ( = müßte/muß) man langsam eigentlich wissen. Das hätte er doch eigentlich bedenken
sollen ( = müssen). Ich sollte eigentlich böse sein. Diese Äußerung darf/sollte nicht falsch verstanden
werden (= muß richtig verstanden werden).
Durch sollte und dürfen kennzeichnet der Sprecher das Ausgesagte zusätzlich als Empfehlung, als Vorschlag.
 
mkclubДата: Вт, 03.04.12, 22:54 | Сообщение # 7
Admin
Сообщений: 458

bb) Eigener Wille - fremderWille
wollen - mögen: eigener Wille
Das Verb wollen wird oft mit einem Subjekt verbunden, in dem ein Mensch genannt wird. Den Inhalt von wollen
kann man dabei oft allgemein mit ‚eigener Wille’ angeben. Spielarten wie ‚Wunsch, Absicht, Bereitschaft, Anspruch’
sind darin enthalten. Inhaltsmerkmal: [eig. Wille]. Das so bestimmte wollen [eig. Wille] kann man etwa
so beschreiben: Jemand, der im Subjekt genannt ist, wünscht, verlangt, beabsichtigt, plant etwas [selber zu tun]:
Der Vater will am Samstag arbeiten. Sie hat ihm ein Buch schenken wollen. Sie wollten eigentlich schon
hier sein. (Zum Ausdruck der Bescheidenheit mit Sachsubiekt:) Dieser Aufsatz will deutlich machen, daß ...
(= Mit diesem Aufsatz will ich deutlich machen, daß ...).
Mit wollen ist in bestimmten Fällen mögen [eig. Wille] austauschbar. Häufig wird die Form möchte gebraucht,
die hier wie eine Form des Indikativs Präsens aufzufassen ist. Der Indikativ wird in Fragen und verneinten
Sätzen gebraucht:
Ich mag nicht länger warten. Er mochte nicht nach Hause gehen. Ich möchte es ihm nicht sagen. Sie möchte
gern ein neues Kleid haben.
In Verbindung mit Sachsubjekten und einer Verneinung wird durch wollen ausgedrückt, daß etwas Geplantes,
Erwünschtes, Erwartetes u. ä. nicht eintritt:
Dieser Motor will nicht laufen. Die Arbeit will nicht fertig werden. Das will mir nicht gefallen. Das wollte
und wollte nicht gelingen.
In beiden vorstehenden Gruppen kann wollen bei einefn Infinitiv auch weggelassen werden. Mit wollen wirken
die Sätze ein wenig nachdrücklicher. Gegenüber wollen wirkt möchte hier höflicher und zurückhaltender. Beide
Verben können mit einem daß-Satz verbunden werden:
Er will/möchte unbedingt selber zur Tagung fahren. (Oder:) Er will/möchte unbedingt, daß er selber zur
Tagung fährt.
Wenn das Subjekt des daß-Satzes nicht dasselbe ist wie das Subjekt, das mit dem Modalverb verbunden ist, wird
folgendes ausgedrückt: Jemand wünscht, verlangt, plant, fordert, daß jemand anders etwas tut:
Er will / (höflicher:) möchte, daß du zur Tagung fährst. Sie wollen / (höflicher:) möchten doch nur, daß Peter sie
einmal besucht.
sollen - mögen - müssen: fremderWille
Dieser Gebrauch leitet über zu sollen, denn man könnte auch sagen:
Du sollst zur Tagung fahren. Du sollst sie doch nur einmal besuchen.
Auch hier kann man zur Erklärung auf ‚Wille’ zurückgehen. Nur ist hier nicht der Wille des grammatischen
Subjekts von sollen wirksam, sondern ein fremder Wille, der dahin wirkt, daß das mit sollen verbundene Subjekt
etwas tut. Mit ‚fremder Wille’ sind Spielarten wie ‚Befehl, Anordnung, Gebot, Auftrag, Wunsch, Erwartung,
Empfehlung, Aufforderung eines anderen’ mit erfaßt. Inhaltsmerkmal: [fr. Wille]. Vom Subjekt von sollen [fr.
Wille] aus gesehen, kann man sagen: verpflichtet/gehalten/beauftragt sein/die Aufgabe/ Funktion / den Zweck
haben, etwas zu tun; einer bestimmten Absicht dienen; es wird etwas vom Subjekt gewünscht/gefordert/erwartet:
Du sollst sofort nach Hause kommen. Er sagte, ich solle nicht auf ihn warten. Die Randzahlen sollen den
Text weiter untergliedern (= Die Randzahlen haben den Zweck, den Text weiter zu untergliedern / Mit den
Randzahlen wollen wir den Text weiter untergliedern).
In bestimmten Fällen kann auch das höflichere mögen [fr. Wille] gebraucht werden:
Der Chef sagt, Müller möge/möchte (= solle) einmal zu ihm kommen.
Hierher gehört auch die Variante müssen [fr. Wille], die zum Ausdruck einer gegenüber sollen gemilderten
Forderung, eines Gebots gebraucht wird:
Du mußt ( = sollst) jetzt still sein. Er sagte, wir müßten ( = sollten) das tun. Das mußt ( = sollst) du doch
nicht immer sagen. Gott muß uns helfen!
Nähe zum Imperativ und Konjunktiv I
Sollen, mögen und müssen sind hier mit dem Imperativ verwandt, der in der direkten Rede gebraucht wird. Mit
den Modalverben kann auch eine indirekte Forderung u. ä. ausgedrückt werden:
Er sagte zu Fritz: „Komm sofort! / Du mußt/sollst/möchtest sofort kommen!" Er sagte zu Fritz, dieser
müsse/solle/möchte sofort kommen.
Zur Kennzeichnung eines mittelbar und indirekt geäußerten Wunsches u. ä. sind sollen und mögen austauschbar
mit dem Konjunktiv I. Mögen wird dabei oft selbst im Konjunktiv I gebraucht :
Das soll/mag/möge für heute genug sein. / Dies sei für heute genug. - Damit soll/mag/möge alles vergessen
sein. / Damit sei alles vergessen. - Er mag/möge/soll ruhig kommen. / Er komme ruhig. - (Selten:) Das wolle
( = möge) Gott verhüten. (Formelhaft:) Was auch immer kommen mag/möge, wir führen es durch. / Was
auch immer komme, ...
dürfen - können: Erlaubnis
Eine speziellere Spielart des fremden Willens liegt vor in dem allgemeinen Inhalt ‚Erlaubnis’. Inhaltsmerkmal:
[erl.]. Er findet sich in dürfen [erl.] und vor allem ugs. - auch in können [erl.]: jemandem ist etwas erlaubt:
Niemand darf den Raum verlassen. Dürfen wir kurz stören? Hier darf man rauchen. So etwas darfst du
nicht sagen. Stephan darf/kann ins Kino gehen. Das darfst/kannst du meinetwegen machen.
cc) Konjunktivische, temporale Bedeutung u. ä. der Modalverben.
Parallelität zu würde
Wollte, möchte und sollte haben eine ähnliche Funktion wie der Konjunktiv II und können - in ähnlicher Weise
wie würde + Infinitiv bei der Umschreibung des Konjunktivs gebraucht werden. Index: [konj.] (=
konjunktivisch):
Wollte ( = würde) man behaupten, die Kontrahenten wären einer Lösung näher gekommen, so wäre das eine
Übertreibung (= Behauptete man, die Kontrahenten ...). Wenn er das doch einsehen wollte ( = würde)!
Möchte ( = Würde) er das doch einsehen ( = Sähe er es doch ein)! Sollte es regnen, dann bleiben wir zu
Hause. Es sollte ( = würde) mich nicht wundern ( = es wäre fiir mich nicht überraschend), wenn er gar nicht
käme.
Ausdruck des Zweifels und der Ungewißheit
Durch sollte kann der Sprecher in einer Frage Zweifel und Ungewißheit oder aber eine Unentschiedenheit
ausdrücken. Inhaltsmerkmal: [zweif.]:
Sollte das wahr sein? Sollte er doch recht haben? - Ob ich nicht doch hingehen sollte? Aber weshalb sollte
er es nicht tun?
Diese Fragen haben monologische Funktion und kommen in der erlebten Rede und im inneren Monolog vor.
Ausdruck bestimmter temporaler Verhältnisse
Mit sollte kann der Sprecher bestimmte temporale Verhältnisse ausdrücken. Inhaltsmerkmal: [temp.]. Der
Sprecher (Erzähler) nimmt kommentierend et-was vorweg, das von seinem Standpunkt aus gesehen bereits
vergangen ist, das im Zuge des Erzählten jedoch noch nicht eingetreten ist, noch aussteht:
Er sollte seine Heimat nie wiedersehen. Dieser Entschluß sollte sich drei Jahre später als sehr
verhängnisvoll erweisen.
c) Die Modalverben im subjektiven Gebrauch
Du kannst das Geld auch verloren haben. So muß es gewesen sein. Er will dort gewesen sein. Er soll sehr
klug sein. Heute dürfte es ein Gewitter geben. Er mag etwa 40 Jahre alt sein.
Bei subjektivem Gebrauch der Modalverben drückt der Sprecher eine persönli-che Stellungnahme aus. Er macht
deutlich, wie er das, was er mit dem Infinitiv über das Subjekt aussagt, subjektiv beurteilt. Die Modalverben
wer-den hier immer in Verbindung mit dem Infinitiv eines zweiten Verbs (Er soll sehr klug sein) gebraucht, oft
mit dem Infinitiv Perfekt (So muß es gewesen sein). Perfekt oder Plusquamperfekt der Modalverben sind hier
nicht möglich (nicht: hat/hatte... müssen). Den subjektiven Gebrauch der Modalverben kennzeichnen wir
generell mit dem Inhaltsmerkmal [subj.].
aa) Vermutung, Annahme
Mit können [subj.] drückt der Sprecher aus, daß nach seiner Meinung, nach seiner Kenntnis der Dinge das, was
er sagt, möglicherweise wahr ist, daß er aufgrund gewisser Anhaltspunkte das Ausgesagte für möglich hält: Ausdruck
einer Vermutung:
Er kann das Geld auch verloren haben. Das könnte ein gutes Geschäft werden.
Eine Annahme oder Vermutung kann der Sprecher auch durch dürfte [subj.] und durch mögen [subj.]
ausdrücken. Dürfte ist hier nicht als Form des Konjunktivs II, sondern wie eine Form des Indikativs Präsens
aufzufassen:
Heute abend dürfte es ein Gewitter geben. Diese Geschichten dürften wohl nicht stimmen. Er mag etwa 40
Jahre alt sein.
Durch mögen, mehr noch durch dürfte wird hier gegenüber können ein höherer Grad an Gewißheit darüber
angezeigt, daß das Ausgesagte wahr ist. Durch müssen [subj.] macht der Sprecher deutlich, daß er zwingende
Gründe für die Annahme und Vermutung hat, daß das, was er sagt, aufgrund bestimm-ter Anhaltspunkte wahr
oder doch wahrscheinlich ist:
So muß es gewesen sein. Es mußte etwas passiert sein. Er muß wohl verunglückt sein.
bb) Stellungnahme zu einer Äußerung u. ä.
Mit wollen [subj.] nimmt der Sprecher kritisch Stellung zu einer Äußerung, Auffassung u. ä. des Subjekts und
kennzeichnet sie als Behauptung, als nicht bewiesene Äußerung:
Er will dort gewesen sein ( = Er behauptet, daß er dort gewesen ist). Sie wollen den Vorgang genau gesehen
haben ( = Sie behaupten, daß sie den Vorgang genau gesehen haben).
Mit sollen [subj.] distanziert sich der Sprecher von einer Äußerung, Auffassung u.ä. anderer über das Subjekt:
Karl soll dort gewesen sein ( = Irgend jemand behauptet, daß Karl dort gewesen ist). Sie sollen den
Vorgang genau gesehen haben ( = Irgend jemand behauptet, daß sie den Vorgang genau gesehen haben).
d) Zusammenfassung und Übersicht
aa) Die inhaltlichen Gruppen der Modalverben
Beim objektiven Gebrauch ergeben sich zunächst zwei große Gruppen, inhaltlich umrissen durch die Paare
‘Möglichkeit – Notwendigkeit’ und ‚eigener Wille - fremder Wille’. In der ersten Gruppe (‚Möglichkeit –
Notwendigkeit’) werden vor allem können [mögl.] und müssen [notw.] gebraucht, daneben aber auch dürfen
[mögl. 1] bzw. wollen + 2. Partizip + sein oder werden, sollte, nicht dürfen/dürfte, alle mit dem Inhalts-merkmal
[notw.]. Kennzeichnend für diesen Gebrauch ist das Vorhandensein von Bedingungen, die nicht vom
menschlichen Willen abhängen, im Unterschied zur zweiten Gruppe (‚eigener Wille - fremder Wille’), in der das
Moment des Willens eine entscheidende Rolle spielt. Hier sind wollen [eig. Wille] und sollen [fr. Wille] die
zentralen Verben, neben denen mögen [eig. Wille] bzw. mögen [fr. Wille] und müssen [fr. Wille] sowie dürfen
und können mit dem Inhaltsmerkmal [erl.] ‚Erlaubnis’ gebraucht werden. In der Gruppe ‚fremder Wille’ zeigen
sich bestimmte Überschneidungen mit dem Imperativ und dem Konjunktiv I, bei wollte, möchte und sollte
Überschneidungen mit dem Koniunktiv II (würde + Infmitiv) u. ä.
Beim subjektiven Gebrauch ergeben sich die beiden Gruppen ‚Vermutung, Annahme’ (können, dürfte, mögen,
müssen) sowie ‚Stellungnahme zu einer Äußerung u. ä.’ (wollen, sollen).
Durch die Modalverben wird etwas „als notwendig, möglich, gewollt, befoh-len, nur behauptet, vermutet usw."
gekennzeichnet.
bb) Das einzelne Modalverb in seinen Hauptverwendungen
dürfen
1. [mögl. l]: Wir dürfen uns gratulieren.
2. nicht dürfen/dürfte [notw.]: Diese Äußerung darf nicht falsch verstanden werden. Das dürfte man eigentlich
langsam wissen.
3. [erl.]: Niemand darf den Raum verlassen.
4. dürfte [subj.]: Es dürfte ein Gewitter geben.
können
1. [mögl. 1 oder 2]: Ich kann morgen kommen. Die Gliederungen der Aufsätze können sehr verschieden sein.
2. [erl.]: Stephan kann ins Kino gehen.
3. [subj.]: Er kann das Geld Verloren haben.
mögen
1. [eig. Wille]: Ich mag/möchte nicht länger warten.
2. [fr. Wille]: Der Chef sagte, Müller möge/möchte einmal zu ihm kommen. Das mag/möge für heute genug
sein.
3. möchte [konj.]: Möchte er es doch einsehen!
4. [subj.]: Er mag etwa 40 Jahre alt sein.
müssen
1. [notw.]: Er muß jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen.
2. [fr. Wille): Er sagte, wir müßten das tun.
3. [subj.]: So muß es gewesen sein.
sollen
1. sollte [notw.]: Das sollte man eigentlich langsam wissen.
2. [fr. Wille]: Du sollst sofort nach Hause kommen. Das soll für heute genug sein.
3. sollte [konj.]: Sollte es regnen, dann bleiben wir zu Hause.
4. sollte [zweif.]: Sollte das wahr sein?
5. sollte [temp.]: Er sollte seine Heimat nie wiedersehen.
6. [subj.]: Er soll dort gewesen sein.
wollen
1. + 2. Partizip + werden oder sein [notw.]: Dies Gerät will gut gepflegt sein.
2. [eig. Wille]: Der Vater will am Samstag arbeiten.
3. wollte [konj.]: Wollte man das behaupten, so wäre das eine Übertreibung.
4. [subj.]: Er will dort gewesen sein.

III. Die Verbindung der Verben mit Wörtern im Satz

1. Verben mit und ohne Ergänzung (Valenz)
Bestimmte Verben werden im Satz mit bestimmten Ergänzungen wie etwa einem Akkusativobjekt, einem
Präpositionalobjekt verbunden (Valenz, Wertigkeit); andere werden ohne Ergänzungen gebraucht. Nach der
Anzahl der Ergänzungen kann man drei Hauptklassen unterscheiden.
a) Verben ohne Ergänzung
Bestimmte Verben werden im Satz ohne Ergänzung gebraucht :
Peter arbeitet. Susanne schläft. Der Hahn kräht. Der Baum blüht. Es regnet. Es schneit.
Wenn man mit diesen Sätzen die Infinitivprobe durchführt, bleiben nur die einfachen Verben übrig: arbeiten,
schlafen, krähen, blühen, regnen, schneien.
b) Verben mit einer Ergänzung
Bestimmte Verben werden im Satz mit einer Ergänzung gebraucht:
Peter lobt seinen Bruder. Die Schüler begegnen dem Lehrer. Wir gedenken der Toten. Peter ist Schüler.
Susanne kümmert sich um ihren Bruder. Die Äpfel liegen im Kühlschrank. Die Versammlung dauert vier
Stunden. Peter beträgt sich gut.
Nach der Art der Ergänzung kann man hier bestimmte Unterklassen unter-scheiden, so Verben mit
Akkusativobjekt, Verben mit Dativobjekt, Verben mit Genitivobjekt usw. Wenn man mit diesen Sätzen die
Infinitivprobe durchfiihrt und die einzelnen Ergänzungen mit einem verallgemeinernden Ausdruck austauscht,
dann ergibt sich:
jemanden loben, jemandem begegnen, jemandes gedenken, jemand oder etwas
sein, sich um jemanden kümmern, irgendwo liegen, eine bestimmte Zeit dauern,
sich in bestimmter Weise betragen.
c) Verben mit zwei Ergänzungen
Bestimmte Verben werden im Satz mit zwei Ergänzungen gebraucht:
Karl schenkt seinem Freund ein Buch. Er beschuldigte ihn des Diebstahls. Er verriet ihn an seine Feinde.
Peter legt die Tomaten in den Kühlschrank. Sie behandeln den neuen Schüler freundlich. Er handelt
niederträchtig an ihm usw.
Auch hier kann man nach der Art der Ergänzungen bestimmte Unterklassen unterscheiden, so Verben mit
Akkusativobjekt und Dativobjekt, Verben mit Akkusativobjekt und Präpositionalobjekt usw.
Aus diesen Sätzen kann man wie oben folgende Wortketten mit verallgemeinernden Ausdrücken bilden:
jemandem etwas schenken, jemanden einer Sache beschuldigen, jemanden an jemanden verraten, etwas
irgendwohin legen, jemanden in bestimmter Weise behandeln, in bestimmter Weise an jemandem
handeln.
Bestimmte Verben gehören nur einer Verbklasse an wie etwa loben, das nur mit einem Akkusativobjekt
verbunden wird. Die meisten Verben gehören verschiedenen Verbklassen an, wie etwa beginnen und achten:
etwas oder mit etwas beginnen = ‚anfangen’; jemanden/etwas achten = ‚respektieren’, auf jemanden
achten = ‚aufpassen’.
Zur Terminologie
Verben ohne Ergänzung nennt man absolute Verben, Verben mit einer Ergänzung oder mit mehreren
Ergänzungen relative Verben. Verben mit einem Akkusativobjekt, das im entsprechenden Passivsatz Subjekt ist,
nennen wir transitive (zielende) Verben, alle anderen intransitive (nichtzielende) Verben.
2. Reflexive Verben

Als reflexive Verben werden hier Verben bezeichnet, die mit dem Reflexivpronomen gebraucht werden:
sich schämen, sich beeilen, sich etwas aneignen, sich töten, sich waschen, sich ein Buch kaufen, sich
gefallen, an sich glauben u. a.: Ich schäme mich. Du beeilst dich ja gar nicht. Er hat sich das Buch
angeeignet. Wir waschen uns. Ihr kauft euch ein Buch. Sie gefällt sich sehr. Er glaubt an sich.
Das Reflexivpronomen stimmt im allgemeinen mit dem Subjekt des gleichen Satzes in Person und Zahl überein.
Durch das Verb ist festgelegt, ob das Reflexivpronomen im Akkusativ, im Dativ, im Genitiv oder mit einer
Präposition steht. Eine [weitere] Ergänzung jeweils im gleichen Kasus ist neben dem Reflexlvpronomen nicht
möglich.
a) Das Reflexivpronomen als Ergänzung: unechte reflexive Verben
Bei einer Gruppe von Verben ist das Reflexivpronomen eine Ergänzung (ein Satzglied):
Er hat sich getötet. Sie hat sich erschossen. Sie haben sich gerettet. Ich habe mich angezogen. Habt ihr
euch gewaschen? Ich habe mich ihm anvertraut. Ich spotte meiner nicht. Ich hole mir ein Buch. Du hast
dir selbst geholfen? Damit haben sie sich sehr geschadet. Sie gefällt sich selbst am besten. Er glaubt
an sich. Sie achten auf sich.
Daß das Reflexivpronomen hier ein Satzglied ist, wird deutlich durch die Verschiebeprobe (Erststellung), durch
die Austauschprobe (Ersatzprobe) und diedamit kombinierbare Verbindungsprobe (Konjunktionsprobe):
(Verschiebeprobe:) Die Mutter wäscht nicht das Kind; sich wäscht sie. (Aus-tauschprobe:) die Mutter wäscht
sich/ihn/das Kind/(Verbindungsprobe:) sich, ihn und das Kind.
Das Reflexivpronomen kann als Antwort gebraucht werden (Wen wäscht die Mutter? Sich); es kann mit einer
Negation (Nicht sich wäscht die Mutter) und mit dem hervorhebenden selbst (Die Mutter wäscht sich selbst)
verbunden werden.
Das Reflexivpronomen ist in diesen Fällen eine inhaltlich selbständige Einheit, es ist eine Ergänzung. Verben
mit dem Reflexivpronomen als Ergänzung werden hier unechte reflexive Verben genannt.
Verben wie jemanden/sich töten, jemandes/seiner selbst spotten, jemandem/sich gefallen, an jemanden/an sich
glauben gehören also zu den Verben mit einer Ergänzung. Dabei kann als Ergänzung das Reflexivpronomen
gebraucht werden. Verben wie jemandem/sich etwas holen, jemandem etwas/jemanden/sich anvertrauen gehören
entsprechend zu den Verben mit zwei Ergänzungen, von denen eine das Reflexivpronomen sein kann.
Durch das Reflexivpronomen wird bei diesen Verben ein Rückbezug zum Subjekt hergestellt. Man könnte die
unechten reflexiven Verben deshalb auch rückbezügliche Verben nennen.
Verben dieser Gruppe mit einem Akkusativobjekt (jemanden/sich töten, waschen usw.) sind grundsätzlich
passivfähig und damit transitiv (er ist von mir getötet worden). Eine Bedingung für die Passivfähigkeit ist, daß
im Akkusativobjekt eine andere Person (Sache u. ä.) genannt ist als im Subjekt. Bei reflexivem Gebrauch ist
diese Bedingung nicht erfüllt und deshalb kein Passiv möglich5. Wir betrachten dies als einen Sonderfall der
Transitivität.
b) Das Reflexivpronomen als Bestandteil des Verbs: echte reflexive Verben
Verben einer anderen Gruppe werden immer nur mit dem Reflexrvpronomen gebraucht. Das Reflexivpronomen
ist Bestandteil des Verbs (Prädikats) und keine Ergänzung:
Ich schäme mich wegen dieses Vorfalls. Er beeilt sich sehr. Ihr sorgt euch um sie? (Entsprechend:) sich
irgendwo befinden, sich jemandem erklären, sich einer Sache enthalten, sich fur etwas entscheiden, sich
für jemanden verbürgen usw.; sich müde arbeiten, sich durch den Schnee arbeiten, sich glücklich fuhlen
usw. Ich eignete mir dieses Buch an. Er nimmt sich eine Reise vor. Trotz zunehmendem Alter bist du dir
gleichgeblieben. Er hat die Kasse an sich gebracht. Sie nehmen das Kind zu sich. Du nimmst die Schuld
auf dich? (Ohne deutlichen Kasus:) Der Unfall hat sich ereignet.
Die obenangeführten Proben zeigen hier ein negatives Ergebnis (nicht: Mich schäme ich. Ich schäme ihn usw.).
Das Reflexivpronomen ist in diesen Fällen keine Ergänzung (kein Satzglied); es ist inhaltlich leer und hat keine
selbständige Funktion; es ist als Teil des Verbs (Prädikats) anzusehen. Die Verben dieser Gruppe nennen wir
echte reflexive Verben.
Bei manchen echten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen ausgelassen werden:
Er irrt [sich], Wir müssen [uns] einmal richtig ausschlafen.
Verben wie sich beeilen, sich gleichbleiben gehören also zu den Verben ohne Ergänzung, Verben wie sich
irgendwo befinden, sich um jemanden sorgen, sich etwas aneignen, etwas an sich bringen zu den Verben mit
einer Ergänzung, da das Reflexivpronomen nicht mitgezählt wird.
Echte reflexive Verben mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ sind generell nicht passivfähig und damit
intransitiv.
c) Echte oder unechte reflexive Verben?
Bestimmte Verben mit Reflexivpronomen haben eine andere Bedeutung als gleichlautende Verben ohne
Reflexivpronomen:
(Reflexiv:) Das Kind verschluckte sich. Es schickt sich nicht, dies zu tun. Er schickt sich in sein
Schicksal. (Nicht reflexiv:) Das Kind verschluckte den Kern. Sie schickten ihn zum Chef.
Die verschiedenen Proben machen deutlich, daß das Reflexivpronomen hier keine Ergänzung ist. Verben wie
sich verschlucken, sich schicken u.a. sind echte reflexive Verben. Das gilt auch etwa für sich ärgern, sich
bemühen, sich fürchten u. a. So kann man etwa für jemanden ärgern die Bedeutung ansetzen ‚emanden ärgerlich
machen, verstimmen’, für sich ärgern jedoch ‚ärgerlich sein, verstimmt sein, Ärger empfinden’. Bestätigt wird
diese Trennung durch den Ausbau der jeweiligen Konstruktion:
Er ärgert sich über diesen Vorfall, (aber:) er ärgert ihn mit/durch etwas. (Nicht:) Er ärgert sich und ihn
über diesen Vorfall. (Nicht:) Er ärgert ihn und sich mit/durch etwas.
Bestimmte echte reflexiveVerben wie sich ärgern, sich wundern können darüber hinaus mit einem
Reflexivpronomen als Ergänzung verbunden werden:
sich ärgern über jemanden/sich, sich wundern über jemanden/sich selbst.
Bei diesen Verben überschneiden sich die Klassen der echten und der unechten reflexiven Verben.
3. Persönliche und unpersönliche Verben

Der Unterscheidung zwischen persönlichen und unpersönlichen Verben liegt zugrunde, wie die Verben mit dem
Personalpronomen (und Substantiven) als Subjekt verbunden werden können.
Persönliche Verben (Personalia) nennt man die Verben, die in allen drei Personen (ich, du, er usw.) gebraucht
und in der 3. Person mit entsprechenden Substantiven verbunden werden können:
ich laufe, du läufst; er/der Vater, sie/die Mutter, es/das Kind läuft; wir laufen,
ihr lauft; sie/die Kinder laufen.
Persönliche Verben nennt man auch die Verben, die zwar nur in der 3. Person gebraucht, dabei aber mit er, sie,
es, sie (Plural) oder mit entsprechenden Substantiven verbunden werden können:
er/der Baum, sie/die Linde, es/das Bäumchen blüht; sie/die Bäume blühen; der Frosch laicht; die Frösche
laichen.
Unpersönliche Verben (Impersonalia) nennt man die Verben, die im allgemeinen mit es verbunden werden:
es regnet, es schneit, es hagelt, es taut; es dämmert.
Da das es verschoben werden kann und in einigen Fällen auch mit inhaltlich passenden Substantiven
ausgetauscht werden kann, sehen wir es als Subjekt an, das in hohem Maße eingeschränkt ist:
Es regnet heute. Heute regnet es. Es regnet. Die Wolke regnet. Regen regnet auf das Dach. - Es taut. Das
Eis/der Schnee taut. - Es dämmert. Der Morgen dämmert.
 
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