Das Bremer Rathaus ist nicht nur ein bau- und kunstgeschichtliches Kleinod, nicht nur repräsentativer Veranstaltungsort, sondern auch Arbeitsstätte. Rathaus mit Marktplatz
Hier ist der Sitz des Bürgermeisters, und einmal in der Woche tagt hier der Senat. Zudem ist das Rathaus auch Dienstsitz einer Behörde mit insgesamt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In gotischen Stil zwischen 1405 und 1410 errichtet. Faszinierend seine unvergleichliche Weser Renaissance Fassade. Im Juli 2004 wurde das Rathaus Externes Angebot zum UNESCO Welterbe erklärt.
Obere Rathaushalle Die obere Rathaushalle war früher Fest- und Sitzungssaal des Rates und des Gerichts. Der Dichter Rudolf Alexander Schröder nannte diese Halle, in der Gotik und Renaissance so wundervoll harmonieren, ein Heiligtum bremischen Bürgerstolzes. Seit 1545, jeweils Mitte Februar, treffen sich Kaufleute, Reeder und Kapitäne zum Erfahrungsaustausch beim sog. ,,Schaffermahl".
Güldenkammer Die Güldenkammer erhielt ihren Namen aufgrund der vergoldeten Ledertapeten, die 1618 bis 1620 angebracht wurden. 1905 wurde die im 19. Jh. ungenutzte und verwahrloste Güldenkammer von Heinrich Vogeler im Jugendstil neu gestaltet.
Gobelinzimmer Ursprünglich hatte Gabriel von Seidl, von 1909 bis 1913 Schöpfer des Neuen Rathauses, diesen Raum als Bürgermeisterzimmer geplant. Statt dessen wurde es das Gobelinzimmer, ein kleiner Empfangs- und Beratungsraum. Der große feingeknüpfte Wandteppich gab ihm seinen Namen. Er stammt aus der von dem Finanzminister Ludwigs XIV.
Kaminsaal Der Kaminsaal grenzt unmittelbar an das Gobelinzimmer. Er strahlt hanseatische Ruhe und Gelassenheit aus. Für diese behagliche Atmosphäre sorgt nicht nur der hohe Kamin aus französischem Marmor, der dem gediegenen Raum den Namen gab, sondern auch das warme schwarzbraune Parkett, die dunkelrote Damasttapete, die weiße Stuckdecke und die schweren Kristallüster.
Senatssaal Der Senatssaal ist seit Bau des neuen Rathauses Tagungsort des Senats. Der Fußboden wurde mit einem Teppich ausgelegt, der das Muster des Bremer Wappens trägt. Der Entwurf zu diesem Teppich stammt vom Bremer Architekten und Schriftsteller Rudolf Alexander Schröder. 75 Jahre lang hielt der Teppich den Füßen der Senatoren stand, bis er 1988 durch eine Nachbildung ersetzt wurde.
Festhalle Die Festhalle Gabriel von Seidl ist mit hohen Paneelen aus dunklem Eichenholz ausgestattet. Die beeindruckende helle Kassettendecke bildet einen ansprechenden Kontrast zu dem dunklen Holz. Die hohen Fenster erlauben einen Blick auf den Blumenmarkt. Heute erfüllt die Festhalle ihre ihr zugedachte Aufgabe. So beispielsweise beim traditionellen Neujahrsempfang der Freien Hansestadt Bremen.
Wandelhalle Beim Betreten der Wandelhalle der ersten Etage des Neuen Rathauses machen die Besucher sogleich Bekanntschaft mit dem großen Bremer Bürgermeister Johann Smidt (1773 bis 1853). Überlebensgroß, als Marmorstatue, steht der ehemalige Begründer Bremerhavens neben dem Eingang zum Dienstzimmer des Präsidenten des Senats. An der Stelle des Zierkamins befand sich einst die um 1545 angelegte älteste Feuerstelle des Hauses.